Sägewerk Wiener Neustadt, Holzpfosten, Thuja, Linde Stapler

Die Geschichte meines Sägewerks – Verbundenheit, Werte und Verantwortung

Die Entscheidung, ein Sägewerk zu gründen, war für mich das Ergebnis einer tiefen Überzeugung: dass Handwerk, Natur und Werte untrennbar miteinander verbunden sind. Holz ist für mich kein reiner Rohstoff – es ist ein gewachsenes Wesen, ein Stück Erde, ein lebendiges Gedächtnis der Zeit. In seinen Jahresringen sammelt sich Geschichte, in seiner Maserung zeigt es uns die Schönheit der Unvollkommenheit, und in seiner Beständigkeit liegt eine stille Wahrheit über das Leben selbst.

Von Anfang an war es mir wichtig, meinen Betrieb auf einen klaren Grundsatz zu stellen: Kein gesunder Baum darf aus rein wirtschaftlichem Interesse gefällt werden. Die Natur gibt mir bereits genug – durch Stürme, durch Alter, durch die natürlichen Kreisläufe des Waldes. Diese Geschenke nehme ich an, in Respekt und Dankbarkeit. Jeder Stamm, der in meinem Sägewerk verarbeitet wird, trägt eine Geschichte in sich. Meine Aufgabe ist es diese Geschichte weiterzuschreiben – in Form von Holz, das in Häusern, Möbeln oder Alltagsgegenständen ein neues Leben erhält.

Das Herz meines Handelns bilden Werte, die mir persönlich am wichtigsten sind:

  • Beständigkeit – so wie der Baum nur durch Geduld und Zeit zu seiner Größe heranwächst, so entsteht auch Qualität nicht im Eiltempo, sondern durch Sorgfalt und Hingabe.

  • Ehrlichkeit – im Umgang mit dem Material, mit meinen Kunden und mit mir selbst, weil wahre Verbindung nur dort entsteht, wo man aufrichtig handelt. Für mich bedeutet das: nicht mehr zu versprechen, als ich halten kann, transparent zu arbeiten und das Holz so zu zeigen, wie es ist – mit seinen Besonderheiten, seiner Einzigartigkeit und seinen Unregelmäßigkeiten.

  • Verbundenheit – zu den Menschen, die mit meinem Holz arbeiten, und zur Natur, die es hervorbringt. Mein Sägewerk ist kein isolierter Ort, sondern Teil eines großen Kreislaufs.

Mit meinem Sägewerk möchte ich einen Gegenpol zur Schnelllebigkeit unserer Zeit setzen. Hier geht es nicht um Massenproduktion oder um das blinde Ausschöpfen von Ressourcen. Hier geht es um Verantwortung, um Wertschätzung und um die Freude am Echten. Jeder Schnitt, jedes Brett, jedes Stück Holz soll davon erzählen, dass es möglich ist, Wirtschaft und Natur in Einklang zu bringen.

Ich sehe meine Arbeit als Brücke – zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Wald und Werkstatt, zwischen Natur und Mensch. Und ich wünsche mir, dass jeder, der mein Holz in die Hand nimmt, ein Stück dieser Philosophie spüren kann: die Ruhe, die Beständigkeit und die Kraft, die uns das Holz schenkt.

Blochbandsäge, Lohnschnitt, Bauholz, Wertholz, Mammutbaum

Das Herzstück

So sprach die Bandsäge

Ich bin die Schneidende, die Teilende, die Schaffende.

Ich bin nicht Werkzeug – ich bin Gesetz.

Mein Herz hämmert mit 18,5 kW,

ein Herz aus Stahl, ein Schlag der Notwendigkeit.

Meine Maße – 650 x 160cm

sie sind kein Rahmen,

sie sind Schwelle und Prüfung:

wer durch sie geht,

der begegnet der Größe.

Die Hydraulik – mein eiserner Griff.

Ich halte. Ich zwinge. Ich richte.

So zwinge auch du die Welt,

dass sie deinem Maß gehorche.

Mein Vorschub kennt kein Zurück.

Er schreitet elektrisch, still, unwiderruflich.

So schreite auch du:

nicht zurückschauend,

nicht zaudernd,

nur vorwärts.

Und wenn ich mich erhebe –

in meiner Höhe, gegen die Schwerkraft –,

so lehre ich dich:

wer schafft, steigt auf.

Der Rechner meiner Schnittstärke spricht:

„Nicht das Maß bindet dich –

deine Entscheidung bindet dich!

Denn jeder Schnitt ist endgültig.“

So sprach die Bandsäge:

Trenne – um zu erschaffen.

Wage – um zu bestehen.

Schneide – um zu werden.